Was bedeutet die Tokenisierung von Real-World Assets (RWAs)?
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Real-World Assets sind, wie der Name schon sagt, Vermögenswerte mit einem inneren Wert. Doch warum ist der Begriff in der Kryptobranche zum Buzzword geworden? In diesem Artikel erfährst du, was Real-World Assets sind, wie sie mit der Blockchain zusammenhängen und welche Beispiele und Anwendungsfälle es gibt.
Was sind Real-World Assets (RWAs)?
Real-World Assets (RWAs) sind physische Vermögenswerte wie Immobilien, Edelmetalle oder seltene Kunstwerke, die in der traditionellen Welt einen erheblichen Wert haben. Lange war es schwierig, in solche Vermögenswerte zu investieren. Dafür brauchte man viel Kapital und Zugang zu exklusiven Märkten. Die Tokenisierung hat das geändert: Wird das Eigentum in Anteile aufgeteilt, können RWAs heute einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden. So kannst du zum Beispiel einen Anteil an einer wertvollen Immobilie oder einem einzigartigen Kunstwerk besitzen. Früher blieb das wenigen vorbehalten.
Der Aufstieg der dezentralen Finanzwirtschaft (DeFi) hat RWAs noch attraktiver gemacht. Er ermöglicht es, Sachwerte in das Blockchain-Ökosystem einzubinden. Dadurch entstehen Chancen für ein inklusiveres Finanzsystem, das traditionelle Finanzmärkte mit der Kryptowelt verbindet.
Wie DeFiLlama zeigt, ist der Gesamtwert der in RWAs gebundenen Vermögenswerte (TVL) rasant gestiegen. Seit Anfang 2023 hat er sich nahezu verzehnfacht: von 757,16 Millionen US-Dollar auf heute mehr als 7,9 Milliarden US-Dollar. Auch führende Branchenvertreter wie BlackRock-CEO Larry Fink nehmen die Entwicklung wahr. Er sagt voraus, dass die Tokenisierung die Märkte der Zukunft prägen wird. Sie soll schnellere Abwicklungen und niedrigere Gebühren ermöglichen und grundlegend verändern, wie wir investieren.
Welche Real-World Assets lassen sich tokenisieren?
Theoretisch kannst du jeden realen Vermögenswert tokenisieren, der einen inneren Wert hat und für andere interessant ist. Zu den gängigen Beispielen für die Tokenisierung von Real-World Assets gehören:
- Immobilien
- Kunst und Sammlerstücke
- Geistiges Eigentum
- Bücher und Musik
- Edelmetalle wie Gold und Silber
- Rohstoffe wie Öl und Gas
- Beteiligungen an Venture-Capital-Fonds
- Luxusgüter wie Uhren und Schmuck
- Antiquitäten
Wie funktioniert die Tokenisierung?
Nachdem du nun weißt, was RWAs sind, schauen wir uns an, wie die Tokenisierung abläuft. Die einzelnen Schritte sind recht einfach:
1. Bewertung des Vermögenswerts: Zunächst wird der Vermögenswert geschätzt, um seinen Marktwert zu ermitteln. So weißt du, worin du investierst.
2. Rechtlicher Rahmen: Anschließend wird eine rechtliche Struktur geschaffen. Sie stellt sicher, dass die Eigentumsverhältnisse der Token klar geregelt sind und die geltenden Vorschriften eingehalten werden.
3. Erstellung der Token: Auf einer Blockchain werden digitale Token erstellt, die Anteile am physischen Vermögenswert repräsentieren. Jeder Token bildet den jeweiligen Eigentumsanteil ab.
4. Bruchteilseigentum: Der Vermögenswert wird in kleinere, handelbare Einheiten aufgeteilt. So können mehrere Anleger Anteile daran besitzen. Dadurch wird die Investition deutlich erschwinglicher.
5. Erfassung auf der Blockchain: Zum Schluss werden alle Transaktionen und Eigentümerwechsel sicher auf der Blockchain festgehalten. Das sorgt für Transparenz und schützt deine Rechte als Eigentümer.

Beispiel für die Tokenisierung eines Real-World Assets (RWA)
Wenn wir gemeinsam eine Immobilie tokenisieren wollten, müssten wir zunächst ihren tatsächlichen Wert ermitteln und die rechtlichen Fragen klären. Anschließend könnten wir den Vermögenswert tokenisieren. Dafür ließen sich zum Beispiel 100 Token erstellen, die Anteile an der Immobilie repräsentieren. Möglich wären auch nur 10 Token, wobei jeder Token den gleichen Anteil an der Immobilie abbildet. Eigentümer wären dann die Personen, die Token besitzen. Gibt es zum Beispiel 10 Token und eine Person besitzt davon 5, gehört ihr rechnerisch die Hälfte der Immobilie. Die Transaktionen würden für mehr Transparenz und Sicherheit auf der Blockchain erfasst.
5 RWA-Projekte im Überblick
Einige RWA-Projekte stellen gemeinsam genutzte Technologien bereit, die als wichtige Infrastruktur dienen. Chainlink ist zum Beispiel eine Oracle-Plattform, die Blockchain-Netzwerke mit Daten aus der realen Welt verbindet. So können Vermögenswerte präzise bewertet und Transaktionen zuverlässig verifiziert werden. Layer-1-Blockchains wie Solana und Avalanche bieten die nötige Skalierbarkeit, um RWA-Plattformen effizient zu betreiben.
Andere Projekte konzentrieren sich dagegen ausschließlich auf die Tokenisierung bestimmter Rohstoffe oder Vermögenswerte. Damit machen sie Investitionen zugänglich, die traditionell nur einem kleinen Kreis offenstehen. Hier sind einige bekannte RWA-Projekte im Überblick.
1. Polymesh
Polymesh ist eine Blockchain für Security Token und regulierte Vermögenswerte. Die Plattform wurde für institutionelle Anleger entwickelt. Sie vereinfacht veraltete Abläufe und schafft Raum für neue Finanzinstrumente. Außerdem befasst sie sich mit zentralen Themen wie Governance, Identitätsprüfung, Compliance, Vertraulichkeit und Abwicklung.

2. Centrifuge
Centrifuge verbindet Emittenten von RWA-Token über die Centrifuge Pools mit Anlegern. Über diese Pools können Emittenten reale Vermögenswerte wie Immobilien, strukturierte Kredite, CO₂-Zertifikate und US-Staatsanleihen tokenisieren und finanzieren.

3. Realio Network
Das Realio Network ist eine Layer-1-Web3-Plattform, auf der sich digitale und reale Vermögenswerte erstellen und verwalten lassen. Sie funktioniert mit verschiedenen Blockchains, darunter EVM-kompatible und Nicht-EVM-Chains.

4. Polytrade
Polytrade (TRADE) ist ein dezentrales Blockchain-Protokoll, das die Finanzierung offener Forderungen neu gestaltet. Dafür vernetzt es Käufer, Verkäufer, Versicherer und Anleger. Im Mittelpunkt stehen tokenisierte Real-World Assets (RWAs) wie kurzfristige US-Staatsanleihen, Kredite und Immobilien. Der native Token TRADE dient als Utility- und Governance-Token. Die Plattform verbindet traditionelle Finanzwirtschaft mit dezentraler Technologie und ermöglicht den Handel mit RWAs sowie den Besitz von Bruchteilen.

5. Parcl
Parcl ist eine Plattform für den Handel mit Perpetual-Kontrakten auf synthetische Immobilienwerte. Sie ermöglicht den Handel mit Cross-Margining über verschiedene Immobilienmärkte hinweg. Liquiditätsanbieter (LPs) zahlen Kapital in einen gemeinsamen Pool pro Börse ein. Sie tragen die Gewinne und Verluste der Trader mit und erhalten im Gegenzug Gebühren aus dem Handel.

Fazit
RWAs verändern nicht nur die DeFi-Landschaft, sondern tragen auch zu einem inklusiveren Finanzsystem bei. Werden reale Vermögenswerte wie Immobilien, Gold und Kunst tokenisiert, erhalten mehr Menschen Zugang zu Märkten, die lange von einer kleinen Elite geprägt waren. In der traditionellen Finanzwirtschaft nimmt die Nutzung von RWAs zwar noch zu, doch ihr Potenzial, globale Volkswirtschaften zu verändern, ist unbestreitbar. Mit der Weiterentwicklung der Technologie verändern sich auch die Möglichkeiten, mit physischen Vermögenswerten umzugehen. So entsteht eine stärker vernetzte und demokratisierte Finanzwelt.
Häufige Fragen
Die erstellten Token sind fungible Token, da jeder Token denselben Wert hat. Ist beispielsweise jeder Token 100 US-Dollar wert, bleibt der Wert bei allen Token gleich. NFTs (Non-Fungible Tokens) sind dagegen einzigartig. Jeder Token hat eigene Merkmale und kann einen anderen Preis haben. In der Kollektion Bored Ape Yacht Club gehören die Token zwar zur selben Kollektion, unterscheiden sich aber durch ihre Einzigartigkeit und haben deshalb unterschiedliche Preise.
Real-World Assets (RWAs) in Web3 sind physische oder finanzielle Vermögenswerte wie Immobilien und Rohstoffe, die tokenisiert und in Blockchain-Systeme eingebunden werden. Durch die Einbindung von RWAs in die dezentrale Finanzwelt ermöglicht Web3 mehr Liquidität, Teileigentum und einen einfacheren Zugang zu globalen Anlagemöglichkeiten.
Bei der Tokenisierung von RWAs werden reale Vermögenswerte wie Immobilien, Gold und Maschinen in digitale Token auf einer Blockchain umgewandelt. So lassen sich materielle und immaterielle Vermögenswerte, etwa Immobilien und Finanzverträge, in der digitalen Welt handeln und nutzen.







