Maker- und Taker-Orders: Unterschiede, Gebühren und Ausführung
Auf dieser Seite
- Maker-Orders erhöhen die Liquidität, indem sie im Orderbuch warten, bis ein anderer Trader sie ausführt.
- Taker-Orders verringern die Liquidität, indem sie bereits verfügbare Orders ausführen.
- Ob Maker- oder Taker-Gebühren anfallen, hängt davon ab, wie eine Order ausgeführt wird.
- Bei der Ausführung können für Limit-Orders Maker- oder Taker-Gebühren anfallen.
- Post Only verhindert die sofortige Ausführung und stellt sicher, dass die Order eine Maker-Order bleibt.
Das Maker-Taker-Modell stammt nicht aus dem Kryptobereich. An den traditionellen Märkten wird es schon lange eingesetzt, um Trader, die Liquidität bereitstellen, mit Tradern zusammenzubringen, die eine sofortige Ausführung wollen. Traditionelle Börsen belohnen Liquiditätsanbieter häufig mit Rückvergütungen und berechnen Tradern Gebühren, wenn diese Liquidität abziehen. Kryptobörsen haben das Modell unterschiedlich angepasst. Viele verlangen von beiden Seiten Gebühren, setzen die Maker-Gebühren aber niedriger an als die Taker-Gebühren. Einige Plattformen bieten zudem Maker-Gebühren von null oder sogar negative Maker-Gebühren. In diesem Artikel erklären wir nicht nur den Unterschied zwischen Maker- und Taker-Orders. Wir zeigen auch, wie Market-, Limit-, TP-, SL- und andere Orders ausgeführt werden, wann sie ins Orderbuch gelangen und welche Trading-Gebühren für dich anfallen können.
| Merkmal | Maker-Order | Taker-Order |
|---|---|---|
| Aktivität im Orderbuch | Stellt eine Order ein | Führt eine bestehende Order aus |
| Ausführungszeitpunkt | Wartet auf die Ausführung | Wird sofort ausgeführt |
| Preiskontrolle | Mehr Kontrolle | Slippage möglich |
| Ausführung garantiert | Nicht garantiert | Wird eher ausgeführt |
| Typisches Beispiel | Limit-Order mit Post Only | Market-Order |
| Besonders geeignet für | Geplante Ein- und Ausstiege | Schnelle Ein- und Ausstiege |
Was ist eine Maker-Order?
Eine Maker-Order wird ins Orderbuch gestellt und wartet dort, bis ein anderer Trader sie ausführt. Sie heißt Maker-Order, weil sie dem Markt Liquidität zuführt.
Maker-Orders können auf beiden Seiten des Orderbuchs stehen. Wer Bitcoin zum Verkauf anbietet, kann ebenso Maker sein wie jemand, der Bitcoin kaufen möchte. Als Maker gilt einfach der Trader, dessen Order ins Orderbuch gelangt und dort auf die Ausführung durch einen anderen wartet.
Maker-Orders werden meist als Limit-Orders aufgegeben. Eine Limit-Order ist jedoch nur dann eine Maker-Order, wenn sie nicht sofort ausgeführt wird. Wird sie direkt nach der Aufgabe mit einer bestehenden Order abgeglichen, gilt sie als Taker-Order.
Maker-Gebühren sind meist niedriger als Taker-Gebühren, weil Börsen Trader dazu bewegen wollen, Liquidität bereitzustellen. Einige Börsen verlangen sogar keine Maker-Gebühren oder zahlen Maker-Rückvergütungen. Der Nachteil: Es ist nicht garantiert, dass Maker-Orders ausgeführt werden, denn ein anderer Trader muss den angebotenen Preis akzeptieren.
Die folgende Abbildung zeigt die Maker-Orders, die derzeit im Bitcoin-Orderbuch stehen. Im oberen Bereich findest du Verkaufsorders von Tradern, die BTC zum Kauf anbieten. Im unteren Bereich stehen Kauforders von Tradern, die USD für den Kauf von BTC bereitstellen. Beide Seiten sorgen für Liquidität im Orderbuch.

Was ist eine Taker-Order?

Eine Taker-Order wird sofort mit bereits verfügbarer Liquidität im Orderbuch abgeglichen. Sie heißt Taker-Order, weil sie eine Order aus dem Orderbuch nimmt, die ein Maker dort eingestellt hat.
Market-Orders sind immer Taker-Orders, da sie zur sofortigen Ausführung zum besten verfügbaren Preis aufgegeben werden. Auch eine Limit-Order kann zur Taker-Order werden, wenn sie sofort mit einer bestehenden Kauf- oder Verkaufsorder abgeglichen wird.
Anders als Maker-Orders warten Taker-Orders nicht im Orderbuch auf einen anderen Trader. Sie greifen auf bereits verfügbare Kauf- oder Verkaufsorders zurück. Das ist praktisch, wenn du schnell eine Position eröffnen oder schließen möchtest.
Taker-Gebühren sind in der Regel höher, weil die Order Liquidität abzieht. Bei Taker-Orders kann außerdem Slippage auftreten, wenn zum ersten Preis nicht genügend Liquidität vorhanden ist.
Ein Taker ist also nicht an eine bestimmte Seite des Orderbuchs gebunden. Wer eine Market-Order zum Kauf aufgibt, nimmt Liquidität von der Verkaufsseite. Wer eine Market-Order zum Verkauf aufgibt, greift auf die Kaufseite zu.
Beispiel für Maker und Taker

Im Orderbuch oben bietet die niedrigste Verkaufsorder Bitcoin im Wert von etwa 115 $ zu einem Preis von 76.646,71 $ an. Die nächste Verkaufsorder umfasst Bitcoin im Wert von etwa 1.290 $ zu einem Preis von 76.720,53 $.
Angenommen, du gibst eine Market-Order über 1.000 $ auf, um Bitcoin zu kaufen. Die Börse beginnt mit der günstigsten verfügbaren Verkaufsorder und kauft Bitcoin im Wert von rund 115 $ zum Preis von 76.646,71 $.
Damit noch der Rest deiner Order ausgeführt werden kann, fehlen etwa 885 $. Die Börse greift deshalb auf die nächste Verkaufsorder zum Preis von 76.720,53 $ zurück. Der verbleibende Betrag wird mit den zu diesem Preis verfügbaren BTC gekauft.
Der letzte Ausführungspreis ist damit von 76.646,71 $ auf 76.720,53 $ gestiegen. Die Differenz beträgt 73,82 $.
Deine gesamte Order wurde nicht zu einem einzigen Preis ausgeführt. Ein kleiner Teil wurde zu 76.646,71 $ gekauft, der Großteil zu 76.720,53 $. Dein durchschnittlicher Kaufpreis liegt daher zwischen diesen beiden Preisen. Die Differenz zwischen dem erwarteten und dem tatsächlich erzielten Durchschnittspreis nennt man Slippage.
Die Trader, deren Verkaufsorders bereits im Orderbuch standen, waren die Maker. Du warst der Taker, weil deine Market-Order ihre Liquidität genutzt hat.
Maker- und Taker-Gebühren
Kryptobörsen berechnen Maker- und Taker-Gebühren, sobald eine Order ausgeführt wird. Das Einstellen einer Order ins Orderbuch kostet nichts, solange kein anderer Trader sie ausführt.
Maker-Gebühren sind meist niedriger, weil Maker-Orders dem Orderbuch Liquidität zuführen. Taker-Gebühren fallen in der Regel höher aus, weil Taker-Orders die bereits verfügbare Liquidität nutzen. Die genauen Gebühren hängen jedoch von der Börse, dem Markt und deiner Gebührenstufe ab.
| Gebührenart | Wann fällt die Gebühr an? | Übliche Höhe |
|---|---|---|
| Maker-Gebühr | Deine offene Order wird ausgeführt | Niedriger |
| Taker-Gebühr | Deine Order wird sofort ausgeführt | Höher |
| Maker-Rückvergütung | Die Börse belohnt die bereitgestellte Liquidität | Gebühr kann negativ sein |
Angenommen, eine Börse verlangt eine Maker-Gebühr von 0,02 % und eine Taker-Gebühr von 0,05 %. Bei einem Trade über 10.000 $ gilt dann:
- Ein Maker zahlt 2 $
- Ein Taker zahlt 5 $
Bei einem einzelnen Trade mag der Unterschied gering erscheinen. Für Trader, die täglich viele Orders aufgeben, kann er sich jedoch deutlich bemerkbar machen.
Die Gebührenhöhe wird für jeden Teil der Order zum Zeitpunkt seiner Ausführung bestimmt. Wird die Hälfte einer Limit-Order sofort ausgeführt, während die andere Hälfte im Orderbuch wartet, kann die Börse folgende Gebühren berechnen:
- Eine Taker-Gebühr für den sofort ausgeführten Teil
- Eine Maker-Gebühr für den später ausgeführten Teil
Wie Coinbases Erklärung zu Gebühren zeigt, können für sofort ausgeführte und im Orderbuch wartende Teile derselben Order unterschiedliche Gebühren anfallen. Maker-Gebühren sind nicht immer niedriger. Manche Börsen verlangen für beide Seiten denselben Satz, andere bieten Maker-Gebühren von null oder sogar negative Maker-Gebühren. Auch dein Trading-Volumen, dein VIP-Level, Token-Rabatte, die Marktart und Aktionskonditionen können die Höhe der Gebühren verändern.
Maker- und Taker-Gebühren fallen unabhängig von Funding-Gebühren, Kreditzinsen, Auszahlungsgebühren und einem möglichen Spread oder einer Slippage im Ausführungspreis an.
Ordertypen und Gebührenstatus
Ob eine Order als Maker- oder Taker-Order gilt, hängt nicht einfach davon ab, ob du Market, Limit, Stop-Loss oder Take-Profit auswählst. Entscheidend ist, wie die Order bei ihrer Ausführung mit dem Orderbuch interagiert.
| Ordertyp | Wann Maker? | Wann Taker? |
|---|---|---|
| Market | Nie | Sie führt bestehende Orders sofort aus |
| Limit | Sie wartet im Orderbuch | Sie trifft sofort auf eine bestehende Order |
| Stop-Market | Bei normaler Ausführung nie | Der Trigger löst eine Market-Order aus |
| Stop-Limit | Die ausgelöste Order wartet im Orderbuch | Die ausgelöste Order wird sofort ausgeführt |
| Take-Profit-Market | Bei normaler Ausführung nie | Der Trigger löst eine Market-Order aus |
| Take-Profit-Limit | Die ausgelöste Order wartet im Orderbuch | Die ausgelöste Order wird sofort ausgeführt |
| Trailing Stop | Hängt von der Order ab, die nach dem Trigger ausgelöst wird | Meist, wenn dadurch eine Market-Order ausgelöst wird |
| TWAP | Die kleineren Orders warten im Orderbuch | Die kleineren Orders werden sofort ausgeführt |
Eine einzelne Limit-Order kann mit beiden Gebührenarten abgerechnet werden. Wird ein Teil sofort ausgeführt und der Rest ins Orderbuch eingestellt, berechnet die Börse für den ersten Teil eine Taker-Gebühr. Für den Rest fällt eine Maker-Gebühr an, sobald er später ausgeführt wird.
Orderzusätze
Orderzusätze legen fest, wie eine Order platziert, ausgeführt oder storniert wird. Es sind keine eigenständigen Ordertypen, aber einige können beeinflussen, ob du Maker- oder Taker-Gebühren zahlst.
| Orderzusatz | Funktion | Auswirkung auf den Gebührenstatus |
|---|---|---|
| Post Only | Erlaubt nur, dass die Order ins Orderbuch eingestellt wird | Sichert den Maker-Status |
| Reduce Only | Verringert nur eine offene Position | Keine direkte Auswirkung |
| GTC | Bleibt offen, bis sie ausgeführt oder storniert wird | Kann als Maker- oder Taker-Order gelten |
| IOC | Wird sofort ausgeführt, der Rest wird storniert | Meist Taker |
| FOK | Wird sofort vollständig ausgeführt oder storniert | Bei Ausführung Taker |
| GTD | Bleibt bis zu einem festgelegten Datum oder Zeitpunkt offen | Kann als Maker- oder Taker-Order gelten |
| Close on Trigger | Verwendet die Order ausschließlich zum Schließen einer Position | Keine direkte Auswirkung |
Mit Post Only lässt sich der Maker-Status direkt beeinflussen. Würde deine Limit-Order sofort auf eine bestehende Order treffen, storniert oder verwirft die Börse sie, statt eine Taker-Gebühr zu berechnen.
Reduce Only und Close on Trigger bestimmen, was mit deiner Position passiert. Sie beeinflussen nicht, wie die Order mit dem Orderbuch interagiert. Eine Reduce-Only-Order kann weiterhin als Maker- oder Taker-Order gelten.
Einstellungen zur Gültigkeitsdauer wie GTC, IOC, FOK und GTD legen fest, wie lange eine Order aktiv bleibt und welcher Anteil ausgeführt werden muss. Sie können den Gebührenstatus beeinflussen. Welche Gebühr am Ende anfällt, hängt aber weiterhin davon ab, ob die Order im Orderbuch wartet oder gegen bestehende Liquidität ausgeführt wird.
Bringen TP- oder SL-Orders Liquidität ins Orderbuch?
Nicht unbedingt. Wenn du für einen offenen Trade einen Take-Profit oder Stop-Loss festlegst, bleibt die Order normalerweise inaktiv, bis der gewählte Triggerpreis erreicht ist. Da sie bis dahin nicht im Orderbuch aktiv ist, bringt sie in dieser Phase keine Liquidität ein.
Was nach dem Auslösen passiert, hängt vom gewählten Ordertyp ab:
- Eine TP/SL-Market-Ordertrifft sofort auf bestehende Orders. Sie entzieht dem Orderbuch Liquidität und verursacht Taker-Gebühren.
- Eine TP/SL-Limit-Orderbringt nur dann Liquidität ein, wenn sie ins Orderbuch eingestellt und nicht sofort ausgeführt wird.
- Trifft die ausgelöste Limit-Order sofort auf eine bestehende Order, entzieht sie dem Orderbuch Liquidität und verursacht Taker-Gebühren.
Angenommen, du eröffnest eine Long-Position in Bitcoin bei 100.000 US-Dollar und legst einen Take-Profit-Trigger bei 105.000 US-Dollar fest. Der Triggerpreis sagt der Börse nur, wann sie deine Exit-Order aktivieren soll. Er bestimmt nicht, ob du Maker- oder Taker-Gebühren zahlst.
Bei einer Take-Profit-Limit-Order mit einem Limitpreis von 105.000 US-Dollar kann nach dem Auslösen Folgendes passieren:

Szenario 1: Die Order wird sofort ausgeführt
Gibt es genügend Käufer, die Bitcoin für 105.000 US-Dollar kaufen wollen, trifft deine Verkaufsorder sofort auf ihre bestehenden Kauforders. Dadurch entzieht sie dem Orderbuch Liquidität und du zahlst eine Taker-Gebühr.
Szenario 2: Die Order wartet auf einen Käufer
Bitcoin kann 105.000 US-Dollar erreichen, ohne dass es zu diesem Limitpreis genügend Kaufinteresse gibt. Dann bleibt deine Verkaufsorder im Orderbuch und wartet darauf, dass ein anderer Trader sie ausführt. Weil sie nun Liquidität bereitstellt, gilt sie als Maker-Order und wird mit der Maker-Gebühr abgerechnet.
Szenario 3: Die Order wird teilweise ausgeführt
Bei 105.000 US-Dollar können zwar Käufer verfügbar sein, aber nicht genug, um deine gesamte Order auszuführen. Der verfügbare Anteil wird sofort ausgeführt und mit einer Taker-Gebühr abgerechnet. Der nicht ausgeführte Rest bleibt im Orderbuch. Führt ihn später ein anderer Trader aus, fällt dafür eine Maker-Gebühr an.
Den meisten Tradern ist dieser Ablauf nicht bewusst. Sie legen für TP oder SL einen bestimmten Preis fest und gehen davon aus, dass die Order als Maker-Order behandelt wird. Ein festgelegter Preis garantiert jedoch keine Maker-Gebühren. TP oder SL bleibt ein Trigger, bis der entsprechende Preis erreicht ist. Die anschließend ausgelöste Order kann als Maker- oder Taker-Order gelten oder teilweise auf beide Arten ausgeführt werden. In deiner Handelshistorie kannst du nachsehen, wie die einzelnen Teile der Order ausgeführt und welche Gebühren berechnet wurden.
Wenn du ausschließlich Maker-Gebühren zahlen möchtest, kannst du Post Only nutzen, sofern die Börse diese Option für Take-Profit-Orders unterstützt. Die Börse kann die Order allerdings stornieren oder verwerfen, wenn sie sofort ausgeführt würde. So vermeidest du Taker-Gebühren, aber die Ausführung deines Take-Profits ist dann nicht garantiert.
Welche Variante solltest du nutzen?
Ob du Maker- oder Taker-Orders nutzt, hängt davon ab, wie wichtig dir eine schnelle Ausführung ist. Maker-Orders eignen sich für Trader, die einen bestimmten Ein- oder Ausstiegspreis und niedrigere Gebühren bevorzugen und warten können, bis ihre Orders ausgeführt werden. Unsere Übersicht der besten Börsen für Limit-Orders stellt Plattformen vor, die diese Art der Preiskontrolle unterstützen.
Taker-Orders eignen sich für Trader, denen eine sofortige Ausführung wichtiger ist. Dazu gehören Scalper, Daytrader und alle, die eine Position schnell schließen möchten. Taker-Orders kosten in der Regel mehr. Bei geringer Liquidität kann es außerdem zu Slippage kommen.
Häufige Fragen
Ja. Eine Limit-Order gilt als Taker-Order, wenn sie sofort auf eine bereits im Orderbuch stehende Order trifft.
Nicht sofort. Liquidität bringen sie nur ein, wenn die ausgelöste Order ins Orderbuch eingestellt wird und dort auf ihre Ausführung wartet.
Ja. Für den sofort ausgeführten Anteil fallen Taker-Gebühren an. Für den Rest können später Maker-Gebühren berechnet werden.






