Positionsgröße beim Krypto-Trading: So berechnest du sie
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- Die Positionsgröße entspricht dem Gesamtwert eines Kryptotrades.
- Positionsgröße und Kontorisiko sind zwei unterschiedliche Werte.
- Kontorisiko und Stop-Loss-Abstand bestimmen die Positionsgröße.
- Liegt der Stop weiter vom Einstieg entfernt, muss die Position kleiner sein, damit das Risiko gleich bleibt.
- Mit Hebel brauchst du weniger Margin, ohne die risikobasierte Positionsgröße zu verändern.
Vor jedem Trade steht die Entscheidung, wie viel Kapital du riskieren willst. Sie bildet die Grundlage für die Positionsgröße, ein Konzept, das sowohl beim Krypto- als auch beim Forex-Handel eine Rolle spielt. Die Positionsgröße beeinflusst, wie hoch dein möglicher Gewinn ausfällt und welchen Verlust du erleiden kannst, wenn sich der Markt gegen dich bewegt. Deshalb solltest du wissen, wie die Positionsgröße berechnet wird und wie sie sich je nach Kontostand, Risikobereitschaft und Marktlage verändert. In diesem Artikel erfährst du, was die Positionsgröße im Kryptohandel bedeutet, warum sie wichtig ist und wie du sie vor einem Trade berechnest.
Was bedeutet Positionsgröße im Kryptohandel?
Die Positionsgröße gibt beim Kryptohandel an, wie viele Coins du bei einem Trade kaufst oder verkaufst. Du kannst sie in Coins angeben, zum Beispiel 1 ETH, oder als Geldwert, etwa eine ETH-Position im Wert von $3.000.
Die Positionsgröße wirkt sich direkt auf das mögliche Ergebnis aus. Bei derselben Kursbewegung fällt der Gewinn oder Verlust bei einer größeren Position höher aus als bei einer kleineren. Die Positionsgröße ist daher eng mit dem Risikomanagement verbunden. So lässt sich kontrollieren, wie viel deines Kontos gefährdet ist, wenn sich ein Trade gegen dich entwickelt.
Verwechsle die Positionsgröße nicht mit dem Kontorisiko. Angenommen, dein Trading-Konto enthält $10.000 und du bist bereit, bei einem ETH-Trade 3 Prozent beziehungsweise $300 zu riskieren. Du steigst bei $3.000 ein und setzt den Stop-Loss bei $2.700. Eine Position von 1 ETH wäre dann $3.000 wert. Der geplante Verlust läge vor Gebühren und Slippage bei $300, denn das ist die Differenz zwischen Einstiegs- und Stop-Loss-Kurs.
Trading-Neulinge gehen manchmal zu große Positionen ein, weil sie sich auf die möglichen Gewinne konzentrieren. Bei einer berechneten Positionsgröße fließen dagegen der Kontostand, das zulässige Risiko und der Kurs ein, ab dem die ursprüngliche Trade-Idee nicht mehr gültig ist.
Warum ist die Positionsgröße im Kryptohandel wichtig?
Die Positionsgröße bestimmt, welcher Anteil deines Trading-Kontos einem bestimmten Trade ausgesetzt ist. Ob der nächste Trade Gewinn bringt, kannst du nicht wissen. Du kannst aber anhand der Positionsgröße und des Stop-Loss-Kurses festlegen, welchen Verlust du einplanst.
Angenommen, dein Trading-Konto umfasst $500 und du gehst eine Position ein, die einen Verlust von 20 Prozent verursacht. Du verlierst dann $100, und auf dem Konto bleiben $400. Um wieder auf die ursprünglichen $500 zu kommen, brauchst du anschließend einen Gewinn von 25 Prozent. Der Grund: Die Erholung wird auf Basis des geringeren Restguthabens berechnet.
Je größer der Verlust, desto höher muss der prozentuale Gewinn ausfallen, um ihn auszugleichen. Wenn du die Positionsgröße vor dem Einstieg berechnest, bleibt der geplante Verlust innerhalb eines vorher festgelegten Anteils deines Kontos. Außerdem lassen sich die Ergebnisse leichter vergleichen, denn du gehst jeden Trade mit einem bekannten Risiko ein, statt die Positionsgröße willkürlich festzulegen.
Ein Stop-Loss garantiert nicht, dass dein Verlust auf den geplanten Betrag begrenzt bleibt. Gebühren, Funding-Kosten und Slippage können den Verlust erhöhen. Bei starken Kursschwankungen kann eine Stop-Order zudem zu einem schlechteren Kurs als dem Auslösekurs ausgeführt werden.
So berechnest du die Positionsgröße beim Kryptohandel
Für die Berechnung der Positionsgröße musst du zunächst wissen, wie viel Geld auf deinem Trading-Konto liegt und welchen Betrag du bei einem Trade zu verlieren bereit bist. Außerdem brauchst du einen Einstiegskurs und einen Stop-Loss-Kurs.
Berechne zuerst dein Kontorisiko. Das ist der Betrag, den du zu verlieren bereit bist, wenn der Trade den Stop-Loss erreicht:
Kontorisiko = Größe des Trading-Kontos × Risikoprozentsatz
Berechne als Nächstes das Trade-Risiko. Es entspricht der prozentualen Differenz zwischen Einstiegs- und Stop-Loss-Kurs:
Trade-Risiko (%) = Absoluter Abstand zwischen Einstiegs- und Stop-Loss-Kurs ÷ Einstiegskurs × 100
Anschließend kannst du den Gesamtwert der Position berechnen:
Positionsgröße (Wert) = Kontorisiko ÷ Trade-Risiko als Dezimalzahl
In der letzten Formel musst du das Trade-Risiko als Dezimalzahl einsetzen. Aus 5 Prozent wird zum Beispiel 0,05. Das Ergebnis gibt den Gesamtwert der Kryptoposition bei deinem gewählten Kontorisiko an, jeweils vor Gebühren und Slippage. Die Beispiele gehen von einer Position aus, deren Gewinn oder Verlust sich direkt mit dem Kurs verändert. Für Kontrakte mit abweichenden Auszahlungsregeln musst du die Positionsgröße gesondert berechnen.
Beispiel: So planst du einen Kryptotrade mit der Positionsgröße
An einem BTC-Trade zeigen wir dir, wie die einzelnen Schritte der Berechnung funktionieren.
Schritt 1: Größe des Kontos bestimmen
Angenommen, ein Trader hat $10.000 für den aktiven Kryptohandel vorgesehen. Bitcoin und andere Kryptowährungen, die er als langfristige Anlage hält, sind darin nicht enthalten. Für diesen Trade beträgt die relevante Kontogröße also $10.000.
Schritt 2: Kontorisiko festlegen
Der Trader beschließt, bei diesem Trade 1 Prozent seines Kontos zu riskieren. Er ist also bereit, $100 zu verlieren, falls BTC den Stop-Loss erreicht:
$10.000 × 1 % = $100
Die $100 entsprechen dem Kontorisiko, nicht dem Gesamtwert der BTC-Position.
Schritt 3: Trade-Risiko ermitteln
Angenommen, BTC wird bei $100.000 gehandelt und der Trader plant, zu diesem Kurs einzusteigen. Je nach Trade-Setup setzt er den Stop-Loss bei $96.000.
Der Abstand zwischen Einstiegs- und Stop-Loss-Kurs beträgt $4.000. Das Trade-Risiko liegt damit bei 4 Prozent:
$4.000 ÷ $100.000 × 100 = 4 %
Das bedeutet, dass sich der BTC-Kurs um 4 Prozent gegen die Position bewegen kann, bevor er den Stop-Loss erreicht.
Schritt 4: Positionsgröße berechnen
Der Trader ist bereit, $100 zu verlieren. Der Stop-Loss liegt 4 Prozent vom Einstiegskurs entfernt. Für die Berechnung der Positionsgröße wird die 4 in Prozent als 0,04 geschrieben:
$100 ÷ 0,04 = $2.500
Der Trader kann eine BTC-Position im Wert von $2.500 eröffnen. Bei einem BTC-Kurs von $100.000 entspricht das:
$2.500 ÷ $100.000 = 0,025 BTC
Fällt BTC von $100.000 auf $96.000, verliert die Position vor Gebühren und Slippage ungefähr $100.
Schritt 5: Auf veränderte Marktbedingungen reagieren
Kryptokurse können stärker schwanken. Dann kann es nötig sein, den Stop-Loss weiter vom Einstiegskurs entfernt zu setzen. Mit einem größeren Stop-Loss-Abstand muss die Positionsgröße sinken, damit das Kontorisiko gleich bleibt.
Angenommen, die Marktlage erfordert einen Stop-Loss-Abstand von 8 statt 4 Prozent. Der Trader würde weiterhin $100 riskieren, aber die Positionsgröße würde auf folgenden Wert sinken:
$100 ÷ 0,08 = $1.250
Der Stop-Loss-Abstand hat sich verdoppelt, die Positionsgröße wurde halbiert. So kann der Trader die Position an veränderte Marktbedingungen anpassen, ohne den geplanten Verlust zu erhöhen.
Wie sich Hebel auf die Positionsgröße auswirkt
Mit Hebel kannst du eine Position eröffnen und dafür weniger eigenes Guthaben als Margin einsetzen. Der Hebel muss die im vorherigen Beispiel berechnete Positionsgröße jedoch nicht verändern. Die Position bleibt $2.500 wert, denn die Berechnung basiert auf einem Kontorisiko von $100 und einem Stop-Loss-Abstand von 4 Prozent.
Kehren wir zum selben BTC-Trade zurück und sehen uns an, wie sich der Hebel darauf auswirkt.
Schritt 1: Mit der berechneten Positionsgröße starten
Der Trader hat bereits eine Positionsgröße von 2.500 US-Dollar berechnet:
Positionsgröße = 100 US-Dollar ÷ 0,04 = 2.500 US-Dollar
Das ist der Gesamtwert der BTC-Position, unabhängig davon, welcher Hebel gewählt wird.
Schritt 2: Den Hebel auswählen
Angenommen, der Trader entscheidet sich für einen Hebel von 5x. Damit kann er bei der Börse eine Position kontrollieren, deren Wert dem Fünffachen der hinterlegten Margin entspricht.
Den Hebel solltest du erst auswählen, nachdem du die Positionsgröße berechnet hast. Legst du den Hebel zuerst fest und vergrößerst damit die Position, kann der mögliche Verlust über die geplanten 100 US-Dollar steigen.
Schritt 3: Die erforderliche Margin berechnen
Die erforderliche Margin berechnest du, indem du die Positionsgröße durch den gewählten Hebel teilst:
Erforderliche Margin = Positionsgröße ÷ Hebel
Bei einer Position im Wert von 2.500 US-Dollar und einem Hebel von 5x sieht die Rechnung so aus:
2.500 US-Dollar ÷ 5 = 500 US-Dollar
Der Trader benötigt also 500 US-Dollar Margin, um die BTC-Position im Wert von 2.500 US-Dollar zu eröffnen.
Schritt 4: Das geplante Risiko beibehalten
Fällt der BTC-Kurs von 100.000 auf den Stop-Loss bei 96.000 US-Dollar, würde die Position weiterhin etwa 100 US-Dollar Verlust machen:
2.500 US-Dollar × 4 % = 100 US-Dollar
Mit einem Hebel von 5x sinkt die erforderliche Margin von 2.500 auf 500 US-Dollar. Der geplante Verlust bleibt jedoch gleich, da sich weder die Gesamtgröße der Position noch der Abstand zum Stop-Loss ändern.
Schritt 5: Den Liquidationspreis prüfen
Mit einem höheren Hebel rückt der Liquidationspreis näher an den Einstiegskurs. Der Trader sollte deshalb prüfen, ob der Liquidationspreis unter dem Stop-Loss bei 96.000 US-Dollar liegt. Wird die Position liquidiert, bevor der Stop-Loss erreicht ist, begrenzt die berechnete Positionsgröße den Verlust nicht mehr wie geplant.
Der genaue Liquidationspreis hängt von der Börse, der Maintenance Margin, den Trading-Gebühren und dem Margin-Modus ab. Der Hebel sollte deshalb so gewählt werden, dass genug Spielraum bleibt, damit der Stop-Loss die Position vor einer Liquidation schließen kann.
Tipps für die richtige Positionsgröße
Die Positionsgröße lässt sich leichter bestimmen, wenn du bei jedem Trade nach demselben Schema vorgehst. Mit den folgenden Tipps kannst du deine Positionsgröße auf dein Kontoguthaben und dein geplantes Risiko abstimmen:
- Einen Positionsgrößenrechner verwenden: Statt die Formel für jeden Trade von Hand auszurechnen, kannst du unseren Positionsgrößenrechner nutzen. Gib dein Trading-Guthaben, den Stop-Loss-Abstand in Prozent, dein Risikoniveau und den Hebel ein. Der Rechner ermittelt die erforderliche Margin, den geplanten Verlust und die Gesamtgröße der Position.
- Mit kleineren Positionen starten: Vergrößere deine Positionen nicht zu schnell, vor allem wenn du eine neue Trading-Strategie ausprobierst. Kleinere Positionen begrenzen die Folgen anfänglicher Fehler. Außerdem kannst du so besser nachvollziehen, wie sich die Strategie unter verschiedenen Marktbedingungen entwickelt.
- Ein Risikomanagementsystem anwenden: Lege fest, welcher Anteil deines Kontoguthabens pro Trade riskiert werden darf, und halte diese Grenze konsequent ein. Mit unserem Gewinnrechner und Trade-Simulator kannst du sehen, wie sich Positionsgröße, Trading-Gebühren und wiederholte Ergebnisse langfristig auf dein Konto auswirken können.
- Nur Geld einsetzen, dessen Verlust du verkraften kannst: Aktives Trading solltest du mit Geld finanzieren, das du nicht für laufende Ausgaben oder langfristige finanzielle Verpflichtungen brauchst. Bevor du eine Position eröffnest, hilft dir der Chance-Risiko-Rechner dabei, den möglichen Verlust mit der erwarteten Rendite zu vergleichen.
Fazit
Sobald echtes Geld auf dem Spiel steht, kann sich selbst eine kleine Kursbewegung bedeutend anfühlen. Deshalb ist die Positionsgröße beim Krypto-Trading wichtig, besonders in einem Markt, in dem sich die Kurse schnell bewegen können. Eine sorgfältig gewählte Positionsgröße macht den geplanten Verlust klar, bevor feststeht, wie der Trade ausgeht.
Häufige Fragen
Nein. Die Positionsgröße entspricht dem Gesamtwert eines Trades. Das Risiko ist der Betrag, den du verlieren kannst, wenn der Stop-Loss erreicht wird.
Mit einem Hebel kannst du bei gleicher Margin eine größere Position kontrollieren. Bei einer risikobasierten Berechnung verändert der Hebel die erforderliche Margin, nicht aber die berechnete Positionsgröße.
Das hängt vom Kontoguthaben und der Risikobereitschaft des Traders ab. Manche Trader setzen bei der Planung ein Prozent des Trading-Guthabens pro Trade als Obergrenze an. Das ist jedoch kein Betrag, der für alle gleichermaßen sicher ist.






