Schulter-Kopf-Schulter-Formation: Leitfaden zur technischen Analyse

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Was ist eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation?

In der technischen Analyse zählt die Schulter-Kopf-Schulter-Formation zu den wichtigen Chartmustern. Sie kann auf einen Wechsel vom Aufwärts- zum Abwärtstrend hindeuten. Das Muster besteht aus drei deutlich erkennbaren Hochs. Die beiden äußeren liegen in etwa auf gleicher Höhe, während das mittlere das höchste bildet.

Die Entstehung der Schulter-Kopf-Schulter-Formation

In einem Aufwärtstrend steigt der Kurs zunächst auf ein Hoch. Anschließend fällt er zurück, allerdings um nicht mehr als 50 Prozent der vorherigen Aufwärtsbewegung. Dabei bildet sich die Nackenlinie.

Nach diesem ersten Rücksetzer steigt der Kurs erneut und überwindet das vorherige Hoch. So entsteht der sogenannte Kopf. Danach fällt er zurück zur ursprünglichen Nackenlinie, also zur Unterstützung, die sich nach der Korrektur vom ersten Hoch gebildet hat. Schließlich erreicht der Kurs ein drittes Hoch, das in der Regel etwa auf dem Niveau des ersten liegt, bevor er erneut fällt.

Trendwende

„The trend is your friend, until the bend at the end“ ist eine bekannte Redensart unter Anhängern von Trendfolgestrategien. Viele sehen in der Schulter-Kopf-Schulter-Formation genau diesen Knick am Ende. Sie gilt als einer der zuverlässigsten Indikatoren für eine bevorstehende Trendwende und signalisiert das Ende eines Aufwärtstrends. Das Muster nimmt einen wichtigen Stellenwert ein, auch wenn seine Trefferquote unterschiedlich ausfallen kann.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation ist ein wichtiges Chartmuster der technischen Analyse und kann auf einen Wechsel vom Aufwärts- zum Abwärtstrend hindeuten.
  • Sie besteht aus drei deutlich erkennbaren Hochs. Das mittlere ist das höchste, während die beiden äußeren in etwa auf gleicher Höhe liegen.
  • Das Muster beginnt damit, dass der Kurs eines Vermögenswerts, etwa einer Aktie, Kryptowährung oder eines Forex-Paars, auf ein Hoch steigt und anschließend um höchstens 50 Prozent der ursprünglichen Aufwärtsbewegung zurücksetzt. So entsteht die Nackenlinie. Danach bildet sich ein höheres Hoch, der sogenannte „Kopf“, bevor der Kurs zur Nackenlinie zurückfällt und ein weiteres Hoch ausbildet.
  • Eine inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation deutet auf einen Wechsel vom Abwärts- zum Aufwärtstrend hin.
  • Je nach Trendrichtung verläuft die Nackenlinie an Unterstützungs- oder Widerstandslinien.
  • Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation gilt als zuverlässig und zählt zu den verlässlichsten Indikatoren für eine bevorstehende Trendwende. Ihre Trefferquote kann jedoch variieren.

So erkennst du eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation

  • Nach einem längeren Aufwärtstrend erreicht der Kurs ein Hoch und fällt anschließend zurück. Dabei bildet sich ein Tief.
  • Danach erholt sich der Kurs und bildet ein zweites Hoch, das deutlich über dem ersten liegt. Darauf folgt ein weiterer Rückgang.
  • Bei einem dritten Anstieg erreicht der Kurs nur noch das Niveau des ersten Hochs, bevor er erneut fällt.
  • Die Nackenlinie verläuft durch die beiden Tiefs oder bei einer inversen Formation durch die beiden Hochs. Sie dient als wichtige Orientierung.

Bei diesem Muster bilden das erste und das dritte Hoch die Schultern, das zweite Hoch ist der Kopf. Die Unterstützungslinie, die das erste und zweite Tief miteinander verbindet, wird als Nackenlinie bezeichnet.

Head and Shoulders Pattern

Schulter-Kopf-Schulter-Formation und inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation

Schulter-Kopf-Schulter-Formation

Beginnt eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation mit einem Abwärtstrend, spricht man von einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation oder einem Schulter-Kopf-Schulter-Boden. Im Gegensatz zur klassischen Formation ist sie umgekehrt aufgebaut und dient dazu, eine Trendwende im Abwärtstrend vorherzusagen.

Inverse Head and Shoulders

Inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation

Anhand der folgenden Kursbewegungen eines Wertpapiers kannst du das Muster erkennen:

  • Zunächst fällt der Kurs auf ein Tief und steigt anschließend wieder.
  • Danach sinkt er unter das vorherige Tief, erholt sich aber erneut.
  • Anschließend fällt der Kurs ein weiteres Mal, jedoch nicht so stark wie beim zweiten Tief. Das dritte Tief darf nicht unter dem zweiten liegen, damit das Muster als gültige inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation gilt.
  • Nach dem letzten Tief beginnt der Kurs schließlich wieder zu steigen und nähert sich dem Widerstand. Dieser wird auch Nackenlinie genannt und liegt in einer Kurszone nahe den Hochs, die sich nach den vorherigen Tiefs gebildet haben.

Wie die klassische Schulter-Kopf-Schulter-Formation gilt auch die inverse Variante als verlässlicher Indikator. Sie signalisiert eine bevorstehende Trendwende vom Abwärts- zum Aufwärtstrend. In diesem Fall bildet der Aktienkurs drei aufeinanderfolgende Tiefs, zwischen denen es zu vorübergehenden Kursanstiegen kommt.

Das zweite Tief markiert den niedrigsten Punkt, den Kopf. Das erste und dritte Tief fallen etwas weniger tief aus und bilden die Schultern. Auf den dritten Rückgang folgt eine Erholung. Sie zeigt die Umkehr des Abwärtstrends an und deutet darauf hin, dass die Kurse weiter steigen könnten.

So handelst du die Schulter-Kopf-Schulter-Formation

Geeignete Zeiteinheiten für Schulter-Kopf-Schulter-Formationen

Trendwenden, die durch Schulter-Kopf-Schulter-Formationen ausgelöst werden, zeigen sich bei trendstarken Vermögenswerten wie Kryptowährungen auf höheren Zeiteinheiten zuverlässiger. Dazu zählen Tages-, Wochen- und Monatscharts.

Auf niedrigeren Zeiteinheiten wie 15-Minuten-, 1-Stunden- oder 4-Stunden-Charts scheitern Schulter-Kopf-Schulter-Formationen bei trendstarken Vermögenswerten wie Kryptowährungen häufig. Statt einer Trendwende setzt sich der übergeordnete Trend fort.

Signal für eine Trendwende

Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation kann auf eine mögliche Umkehr des laufenden Trends hindeuten. Trader verstehen sie als Signal für einen bevorstehenden Kursrückgang. Das Muster besteht aus drei Hochs und Tiefs, wobei das mittlere Hoch am höchsten liegt. An der Nackenlinie beginnen bearish gestimmte Trader üblicherweise mit dem Verkauf.

Das Muster deutet außerdem darauf hin, dass sich der Abwärtstrend wahrscheinlich fortsetzt, bis die rechte Schulter durchbrochen wird. Das wäre der Fall, wenn die Kurse über das Niveau des rechten Hochs steigen.

Signal zum Ausstieg aus dem Trade

Wer von einem Aufwärtstrend profitiert, kann einen Teil der Gewinne sichern, sobald sich das dritte Hoch einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation abzeichnet.

Trade Exit Signal

Ein Kursrutsch unter die Nackenlinie der Schulter-Kopf-Schulter-Formation würde das Ende des übergeordneten Trends signalisieren. Dann sollten alle offenen Trades in Trendrichtung konsequent geschlossen werden. Das kann zugleich ein Signal sein, eine sofortige oder eine Pending-Order in die entgegengesetzte Richtung zu platzieren.

Schulter-Kopf-&-Schulter-Formation als Signal für eine Trendfortsetzung

Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation als Signal für eine Trendfortsetzung [Anomalie].

Viele Chartmuster versagen unter bestimmten Umständen. Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation bildet da keine Ausnahme.

Head & Shoulder Pattern

Ein Durchbruch über das Hoch der rechten Schulter oder über das höchste Hoch, den Kopf, kann bei einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation auf eine Fortsetzung oder Verlängerung des aktuellen Aufwärtstrends hindeuten. Solche Anomalien treten bei dieser Formation häufig auf niedrigeren Zeiteinheiten und bei trendstarken oder momentumstarken Vermögenswerten wie Kryptowährungen auf.

Bei inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formationen in einem Abwärtstrend gilt das Gegenteil.

Vor- und Nachteile der Schulter-Kopf-Schulter-Formation

👍 Vorteile 👎 Nachteile
✅ Erfahrene Trader erkennen die Formation leicht ❌ Anfänger übersehen sie möglicherweise
✅ Klare Gewinn- und Risikoparameter lassen sich festlegen ❌ Große Stop-Loss-Abstände möglich
✅ Chancen auf Gewinne durch starke Marktbewegungen ❌ Ungünstiges Risiko-Ertrags-Verhältnis
✅ In verschiedenen Märkten anwendbar

Vorteile im Überblick

  • Erfahrene Trader erkennen die Formation leicht: Ihre markante Struktur ist für erfahrene Marktteilnehmer gut zu erkennen.
  • Klare Gewinn- und Risikoparameter: Einstiegs- und Stop-Loss-Marken lassen sich genau bestimmen. Das erleichtert ein strukturiertes Risikomanagement.
  • Starke Marktbewegungen lassen sich für Gewinne nutzen: Die Formation erstreckt sich über einen vergleichsweise langen Zeitraum. Zwischen Einstieg und Schlusskurs können sich daher erhebliche Marktbewegungen ergeben.
  • In allen Märkten einsetzbar: Die Formation eignet sich für den Forex-, Aktien- und Kryptomarkt. Allerdings solltest du für das jeweilige handelbare Asset die Trefferquote, das Risiko-Ertrags-Verhältnis und weitere relevante Faktoren prüfen.

Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation gilt weithin als zuverlässiger Indikator. Eine Garantie dafür, dass die erwartete Trendwende eintritt, gibt es jedoch nicht.

Nachteile im Überblick

  • Anfänger übersehen die Formation möglicherweise: Die Nackenlinie kann ungewöhnlich verlaufen. Das kann weniger erfahrene Trader irritieren.
  • Große Stop-Loss-Abstände möglich: Länger anhaltende und ausgeprägte Abwärtsbewegungen können zu beträchtlichen Stop-Loss-Abständen führen.
  • Die Nackenlinie kann scheinbar ihre Position verändern: Kursrücksetzer können dazu führen, dass der Kurs die Nackenlinie erneut testet. Das kann Trader verwirren.
Fragen

FAQ

Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation signalisiert einen Wechsel von einem Aufwärts- zu einem Abwärtstrend. Ein bestehender Aufwärtstrend könnte demnach an Kaufkraft verlieren. Die inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation deutet dagegen auf einen Wechsel vom Abwärts- zum Aufwärtstrend hin.

Viele Anleger halten diese Formation für einen der zuverlässigsten Indikatoren für eine Trendwende. Bei ihrem Einsatz im Trading solltest du aber auch den Zeithorizont und die Eigenschaften des jeweiligen Assets berücksichtigen.

Trader steigen typischerweise ein, wenn der Kurs in einem Aufwärtstrend unter die Nackenlinie fällt oder in einem Abwärtstrend über die Nackenlinie ausbricht. Den Stop platzieren sie oberhalb der rechten Schulter, wenn sich ein Markthoch abzeichnet, beziehungsweise darunter, wenn sie von einem Markttief ausgehen.

Für das Kursziel wird die Differenz zwischen dem Hoch und dem Tief der Formation berechnet. Bei einem Markttief wird dieser Wert zum Ausbruchskurs addiert, bei einem Markthoch davon abgezogen. Das Verfahren ist zwar nicht unfehlbar, bietet aber einen nachvollziehbaren Ansatz für das Trading auf Grundlage beobachtbarer Kursbewegungen.

Erfahrene Trader und Anleger kennen auch Sonderfälle: Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation kann in eine Seitwärtsphase übergehen. Bricht der Kurs anschließend über das höchste Hoch der Formation aus, kann das auf eine Fortsetzung des bestehenden Trends hindeuten.

Du solltest die Formation gründlich über verschiedene Zeithorizonte hinweg und anhand umfangreicher historischer Kursdaten des Assets backtesten, das du handeln oder in das du investieren möchtest. Das sollte dir durch das Gesetz der großen Zahlen zugutekommen und deine Trefferquote erhöhen.

Eine klassische Schulter-Kopf-Schulter-Formation kann bullisch werden oder den aktuellen Aufwärtstrend fortsetzen, wenn der Kurs anschließend über das höchste Hoch der Chartformation steigt. Damit wäre die ursprüngliche Formation hinfällig und eine Trendfortsetzung wahrscheinlich.

Die inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation, auch „Schulter-Kopf-Schulter-Boden“ genannt, ist das Spiegelbild der klassischen Formation. Sie dient dazu, mögliche Trendwenden in Abwärtstrends vorherzusagen und signalisiert einen möglichen Wechsel von einer bearishen zu einer bullishen Marktstimmung.

Eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation wird meist als inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation bezeichnet.

Sie entspricht der klassischen Formation in umgekehrter Form und deutet auf einen Wechsel vom Abwärts- zum Aufwärtstrend hin.

Bei der Head & Shoulders-Formation gibt es mehrere gängige Varianten und Besonderheiten. Eine davon ist die komplexe Formation mit zusätzlichen kleineren Hochs oder Tiefs. Dadurch wird das Muster vielschichtiger.

Achte außerdem auf die Symmetrie der Schultern. Unterschiedlich hohe Schultern können auf eine schwächere Formation hindeuten.

Auch die Neigung der Nackenlinie spielt eine Rolle. Eine steile oder flache Nackenlinie kann die Zuverlässigkeit der Formation beeinflussen. Sei zudem vorsichtig bei möglichen Fehlsignalen: Manchmal bildet sich eine Head & Shoulders-Formation, ohne dass es anschließend zu einer deutlichen Trendwende kommt.

Analysiere diese Varianten und Besonderheiten gründlich. So kannst du auf Grundlage der Formation fundiertere Trading-Entscheidungen treffen.

Die Head & Shoulders-Formation kann ein wertvoller Bestandteil deines Trading-Werkzeugkastens sein. In der Regel empfiehlt es sich jedoch nicht, sich als alleinige Strategie ausschließlich auf sie zu verlassen.

Erfolgreiches Trading berücksichtigt oft mehrere Faktoren, darunter Markttrends, Handelsvolumen und Fundamentaldaten. Charttechnische Formationen wie die Head & Shoulders-Formation sind nur ein Teil davon.

Wenn du die Formation mit anderen technischen Indikatoren und einem konsequenten Risikomanagement kombinierst, kann das ihre Aussagekraft erhöhen und robustere Handelssignale liefern.

Die Head & Shoulders-Formation kann also ein wichtiger Bestandteil deiner Analyse sein. In der Regel solltest du sie jedoch in einen umfassenden Trading-Ansatz einbinden und dich nicht allein auf sie verlassen.

Ja, Trader nutzen üblicherweise bestimmte Kriterien, um eine abgeschlossene Head & Shoulders-Formation zu bestätigen. Dazu gehören:

1. Bestätigung des Nackenlinienbruchs: Ein deutlicher Ausbruch unter die Nackenlinie gilt in der Regel als Bestätigung, dass die Formation abgeschlossen ist. Ein höheres Handelsvolumen beim Ausbruch kann das Signal zusätzlich untermauern.

2. Kurszielprojektion: Die Distanz zwischen Kopf und Nackenlinie dient häufig dazu, ein mögliches Kursziel für die anschließende Abwärtsbewegung zu berechnen. Dieses Ziel kann dann als Orientierung für die Gewinnmitnahme dienen.

3. Erneuter Test der Nackenlinie: Nach dem Ausbruch suchen manche Trader nach einem erneuten Test der Nackenlinie von unten. Das kann die Gültigkeit der Formation bestätigen und eine Gelegenheit bieten, zu günstigen Kursen einzusteigen.

4. Zeitpunkt und Dauer: Trader können auch berücksichtigen, wie lange sich die Formation ausgebildet hat und wie lange der vorherige Trend anhielt. Eine länger andauernde und deutlicher ausgeprägte Formation nach einem starken vorherigen Aufwärtstrend kann die Aussagekraft des Musters erhöhen.

Anhand dieser Kriterien kannst du besser einschätzen, wie wahrscheinlich eine abgeschlossene Head & Shoulders-Formation ist, und auf Grundlage ihrer Signale fundierte Trading-Entscheidungen treffen.

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Verfasst von

CryptoWinRate

Editorial Desk

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